Website-Relaunch Fehler vermeiden

Die häufigsten Fehler beim Website-Relaunch

· 4 Min. Lesezeit

Ein Website-Relaunch ist ein großes Projekt und eine große Chance. Neue Technik, besseres Design, klarere Strukturen. Endlich alles richtig machen.

Aber zwischen Kick-off und Go-Live lauern Dutzende Stolperfallen. Manche kosten nur Zeit, andere kosten Rankings, Kunden oder das komplette Projektbudget.

Bevor es losgeht: Brauchen Sie überhaupt einen Relaunch?

Zusammenarbeit & Kommunikation

Design nach eigenem Geschmack entscheiden

"Mir gefällt Blau besser" ist kein Designargument. Noch schlimmer: Wenn jeder im Unternehmen mitreden darf, entsteht Design by Committee, ein Kompromiss, der niemandem gefällt und niemanden überzeugt. Designentscheidungen sollten auf Nutzererwartungen und Markenidentität basieren, nicht auf persönlichen Vorlieben oder der Hierarchie im Raum.

Webdesigner nicht unterstützen

Die Agentur wartet wochenlang auf Feedback, Texte oder Bildmaterial. Dann soll es plötzlich schnell gehen und die Qualität leidet.

Stakeholder nicht einbinden

Vertrieb, Kundenservice, Fachabteilungen sehen die neue Website erst nach dem Launch. Dann hagelt es Änderungswünsche.

Nicht auf Experten hören

Die Agentur warnt vor einer Entscheidung, der Kunde besteht darauf. Manchmal liegt der Kunde richtig. Aber wenn es um technische Risiken oder bewährte UX-Prinzipien geht, haben die Warnungen meist einen Grund.

Warnzeichen bei der Agenturwahl übersehen

Nur auf den Preis schauen und Red Flags ignorieren. Dass die Agentur nicht die richtige war, zeigt sich erst mitten im Projekt.

Strategie & Planung

Keine klare Zielsetzung

Was soll der Relaunch eigentlich erreichen? Mehr Leads, bessere Usability, modernes Design? Ohne definierte Ziele lässt sich weder planen noch messen, ob das Projekt erfolgreich war.

Alte Struktur nicht hinterfragen

Die Navigation wird 1:1 übernommen, weil "das schon immer so war". Dabei wäre der Relaunch die perfekte Gelegenheit, die Informationsarchitektur grundlegend zu überdenken.

Keinen Zeitpuffer einplanen

Alles auf Kante geplant. Die erste Verzögerung, und sie kommt, sprengt den gesamten Zeitplan.

Content-Migration unterschätzen

"Die Texte kopieren wir schnell rüber", und dann sind es 500 Seiten, die einzeln geprüft, angepasst und eingepflegt werden müssen.

Content & SEO

Alten Content 1:1 übernehmen

Texte von 2015, veraltete Produktinfos, redundante Seiten. Alles wird mitgeschleppt, statt den Relaunch für einen Content-Audit zu nutzen.

Analytics-Daten ignorieren

Die meistbesuchten Seiten werden versteckt, gut funktionierende Landingpages verschwinden. Niemand hat vorher in die Statistiken geschaut.

Keine 301-Redirects einrichten

URLs ändern sich, aber Weiterleitungen fehlen. Ergebnis: 404-Fehler, wertvolle Backlinks führen ins Nichts, die mühsam aufgebaute Sichtbarkeit stürzt ab.

SEO-Daten nicht migrieren

Meta-Titles, Descriptions, Alt-Texte: alles weg. Google muss Ihre Seiten neu bewerten, als wären sie frisch erstellt.

Design & UX

Auf Designtrends aufspringen

Was heute modern aussieht, wirkt in zwei Jahren veraltet. Zeitloses Design schlägt kurzfristige Trends.

Mobile Experience vernachlässigen

Die Desktop-Version sieht fantastisch aus. Auf dem Smartphone ist sie unbenutzbar, und dort sind die meisten Nutzer.

Barrierefreiheit vergessen

WCAG-Richtlinien und BFSG-Anforderungen werden ignoriert. Später muss teuer nachgebessert werden.

Technik & CMS

CMS nicht richtig recherchieren

Das CMS wird nach Bauchgefühl gewählt oder weil "alle WordPress nutzen". Ob es zu den Anforderungen passt, wird nicht geprüft.

Performance nicht testen

Die neue Seite geht live, ohne dass jemand Ladezeiten oder Core Web Vitals geprüft hat. Dass die Startseite 8 Sekunden lädt, fällt erst auf, wenn sich Nutzer beschweren.

Kein Staging-Environment

Änderungen werden direkt auf der Live-Seite getestet. Was soll schon schiefgehen?

Nach dem Launch

Kein Post-Launch-Monitoring

Der Relaunch ist geschafft, alle sind erleichtert, und niemand prüft, ob alles funktioniert. Fehler bleiben wochenlang unentdeckt.

Keine Wartung einplanen

Die neue Website läuft, aber wer kümmert sich um Updates, Sicherheit und Weiterentwicklung? Niemand hat daran gedacht.

Denken, dass die Website jetzt "fertig" ist

Der Relaunch ist abgeschlossen, jetzt muss man sich bis zum nächsten Relaunch nicht mehr kümmern. Falsch. Eine Website ist ein lebendiges Produkt. Sie braucht kontinuierliche Optimierung, frischen Content und regelmäßige Anpassungen an neue Anforderungen.

Fazit

Diese Fehler haben unterschiedliche Ursachen: Manche passieren aus Unwissen, andere aus Zeitdruck, falschen Prioritäten oder mangelnder Kommunikation. Ein Relaunch ist kein IT-Projekt, das man an eine Agentur übergibt und drei Monate später abholt. Er erfordert Zusammenarbeit, klare Ziele und realistische Erwartungen auf beiden Seiten.

Die gute Nachricht: Wer die typischen Fallen kennt, kann sie umgehen. Nutzen Sie diese Liste als Checkliste, vor, während und nach Ihrem Projekt.

Relaunch geplant?

Wir begleiten Sie von der ersten Analyse bis zum Go-Live und darüber hinaus. Dabei achten wir darauf, dass keiner dieser Fehler passiert.

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